Runder Tisch Präventionsarbeit

in der Verbandsgemeinde Schweich
an der Roemischen Weinstrasse

Der “Runde Tisch Präventionsarbeit in der Verbandsgemeinde Schweich” (RTP) ist ein Zusammenschluss von Institutionen und Einrichtungen, die maßgeblich außerhalb des Elternhauses an der Erziehung und Bildung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Gebiet der Verbandsgemeinde Schweich beteiligt sind.

Mit der Gründung des RTP soll jungen Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung geholfen werden. Er bildet ein Netzwerk, welches präventiv Kinder und Jugendliche unterstützen und begleiten will, um ihnen den Weg zu normgerechten Verhalten in unserer Gesellschaft zu erleichtern. Somit soll negativen Tendenzen wie Straftaten und Störungen der öffentlichen Ordnung wie Lärm, Verunreinigungen und Vandalismus auf öffentlichen Plätzen, die häufig mit jugendtypischem Verhalten in Verbindung gebracht werden, entgegengewirkt werden.

Es geht darum Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Alternative für Freizeitaktivitäten sowie eine Perspektive für die weitere Entwicklung in unserer Verbandsgemeinde zu bieten.

Wie die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) verdeutlicht, sind Gewalt und Delinquenz im Kinder- und Jugendalter als ein alterstypisches Übergangsphänomen zu verstehen. Dabei dient ein solches Verhalten der Erprobung von Grenzen, in einer zunehmend normativ diffus gewordenen Gesellschaft. Dieses Erproben erfolgt durch Provokationen, Grenzüberschreitungen und bewusstes Verletzen von normativen und gesetzlichen Vorgaben.

Es dient in erster Linie der Identitätsbildung und Ausbildung eines moralischen Bewusstseins bei der Suche nach Anerkennung vor Gleichaltrigen (Peergroups) und sich selbst. Ebenfalls geht es um geschlechterspezifische Rollenidentitätsausbildungen, die vornehmlich bei jungen Männern als typisches Phänomen des Aufwachsens in der modernen Gesellschaft festzustellen sind.

Die Zahlen der PKS zeigen dabei allerdings deutlich, dass es sich hierbei um entwicklungs- und sozialisationsbedingte Ereignisse handelt, welche sich, bei entsprechend stabilen und förderlichen Rahmenbedingungen, gleichsam mit zunehmendem Alter von selbst erledigen.

Die Gefahr, welche heute größer als noch vor einigen Jahren zu sein scheint, liegt darin, dass die stabilen und förderlichen Bedingungen zur Entwicklung gefestigter Persönlichkeitsstrukturen von Kindern und Jugendlichen, im gesellschaftlichen Wandel der vergangenen Jahre, immer instabiler werden. Nur im Zusammenwirken der verschiedenen Sozialisationsinstanzen (Familie, Schule, Peergroups und Freizeithilfen) können die wichtigen Rahmenbedingungen für eine positive Persönlichkeitsentwicklung erzeugt werden. Diese Rahmenbedingungen müssen sich an der spezifischen Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen orientieren. Dabei ist zu beachten, dass deren Lebenswelt einem ständigen Wandel unterliegen und die Erkenntnisse immer auf einem aktuellen Stand gehalten werden müssen.

Ziel des RTP muss es sein, diese für die Entwicklung stabilen und förderlichen Rahmenbedingungen zu stützen, oder wo nötig zu schaffen.

Die Tatsache, dass laut PKS die überwiegende Zahl von jugendlichen Rechtsbrechern aus der Tatortgemeinde bzw. einem Umkreis von 1 – 2 km stammen, macht deutlich, wie wichtig ein lebensweltorientierter Ansatz zur Lösung und Eindämmung von Delinquenz- und Gewaltdelikten, sowie der Suchtprävention ist.

Bislang können für das Gebiet der Verbandsgemeinde Schweich keine herausragenden Zahlen über Jugendkriminalität und Störungen der öffentlichen Ordnung festgestellt werden. Dies mag sicherlich auch damit zusammenhängen, dass die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in unserer ländlich strukturierten Verbandsgemeinde noch eine relative Stabilität aufweisen. Aber die Tendenzen, dass die Hemmschwelle zu Gewalt und delinquenten Verhaltensweisen auch bei Kindern und Jugendlichen in der Verbandsgemeinde Schweich sinken, sind durchaus erkennbar.

Mit der Gründung des RTP soll nun einer solchen Entwicklung entgegengewirkt werden.

Wer arbeitet mit?

Wie bereits in der Einleitung beschrieben, liegt der Arbeit des RTP ein lebensweltorientierter Ansatz zu Grunde. Dem Gremium gehört eine ganze Reihe von Experten, die in ihrer täglichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, an, damit ein möglichst breites Spektrum der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen außerhalb des Elternhauses erfasst werden kann.

Der RTP setzt sich aus Vertretern folgender Behörden und Institutionen zusammen:

Verbandsgemeindeverwaltung:
– Bürgermeisterin
– Jugendpflege
– Ordnungsamt
– Schulträger
– Seniorenbeauftragter

päd. MitarbeitInnen der Offenen Jugendarbeit der Ortsgemeinden
– Föhren
– Klüsserath
– Longuich
– Schweich

Kreisverwaltung:
– Allgemeiner Sozialer Dienst
– Jugendschutzbeauftragter
– Schulsozialarbeit
– Jugendgerichtshilfe

Schulen
– Grundschule am Bodenländchen
– Levana-Schule
– Meulenwaldschule
– Stefan-Andres-Gymnasium
– Stefan-Andres-Realschule plus
– Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium

Polizei:
– Polizeiinspektion Schweich
– Polizeidirektion Trier

Beratungsstellen:
– Sozialraumzentrum Ruwer - Schweich - Trier-Land
– Suchtberatung "Die Tür"
– Lebensberatung Trier

Kirchen:
– Jugend- und Schulpastoral des Dekantes Schweich-Welschbillig
– Jugendreferent der ev. Kirchengemeinde Ehrang

Die Geschäftsführung des RTP erfolgt durch die Verbandsgemeindeverwaltung Schweich.

An wen richtet sich die Arbeit des RTP?

Die Arbeit des RTP richtet sich nicht ausschließlich an die Gruppe der Kinder und Jugendlichen, sondern verfolgt einen lebensweltorientierten Ansatz, bei dem das Zusammenwirken der verschiedenen Sozialisationsinstanzen als Rahmenbedingung für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen grundsätzlich für das Handeln berücksichtigt wird.

Demnach richtet sich die Arbeit des RTP an folgende Zielgruppen:

· Kinder und Jugendliche
· Eltern, Erzieher, Lehrer
· Ortsbürgermeister, politische Vertreter
· Vereine / Verbände
· Veranstalter
· Gewerbe / Gastronomie
· Anwohner von formellen und informellen Treffpunkten
· Jugendhilfeeinrichtungen

Alle diese Gruppen sollen in der Arbeit des Gremiums ausreichend Berücksichtigung finden und je nach Thema in Arbeits- und Diskussionsprozesse eingebunden werden.

Welche Ziele werden verfolgt?

Der RTP hat es sich grundlegend zum Ziel gesetzt Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu einer gefestigten Persönlichkeit zu unterstützen. Um dieses übergeordnete Ziel zu erreichen, sind einige Zwischenziele erforderlich. Diese werden im Folgenden festgehalten:

· Sucht- und Gewaltprävention
· Vermeidung von Straftaten / Ordnungswidrigkeiten
· Vermeidung von nicht normgerechten Verhaltensweisen
· Verbesserung des subjektiven Sicherheitsgefühls (insbesondere bei Senioren)
· Aufklärungsarbeit
· Verbesserung des Informationsflusses zwischen Behörden / Institutionen
· Verbesserung der Kommunikation zwischen den Zielgruppen
· Förderung der Akzeptanz in der Öffentlichkeit für (Kriminal-)Präventionsarbeit
· Strukturelle Prävention

Mit welchen Methoden sollen die Ziele erreicht werden?

Um die o.g. Ziele zu erreichen bedient sich der RTP folgender Methoden:

· Bildung von Arbeitsgruppen bei konkreten Anfragen
· Zielgruppenspezifische Fortbildungen
· Projektarbeit mit Kindern und Jugendlichen
· Aufklärung durch Öffentlichkeitsarbeit
· Regelmäßige Treffen von Vertretern verschiedener Institutionen zum Informationsaustausch
· Kontrollen
· Strukturanalysen / -veränderungen

Für bestimmte Sachbereiche ist es dem Gremium vorbehalten Untergruppen zu bilden, die sich in separaten Treffen mit bestimmten Themen auseinandersetzen können. Die Ergebnisse aus den Untergruppen werden in den Treffen des Gesamtgremiums vorgestellt und zur Diskussion gestellt.

Es bleibt festzuhalten: Je früher Probleme erkannt werden und je früher den Ursachen entgegengewirkt werden kann, umso größer sind die Chancen Kindern und Jugendlichen in unserer Verbandsgemeinde bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen. Das Gremium des RTP kann auf diesem Weg nur eine ?Anschubhilfe? leisten, in dem es auf Fehlentwicklungen hinweist und Aufklärungsarbeit leistet. Um aber eine langfristige Sicherung der Lebensqualität erreichen zu können, sind alle Mitbürgerinnen und Mitbürger aufgefordert, die Impulse des RTP zu unterstützen und somit zum Erfolg beizutragen.

Kontakt:
Runder Tisch Präventionsarbeit
in der Verbandsgermeinde Schweich
Brückenstraße 26, 54338 Schweich

Telefon (06502) 5066-450
eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!